Mensch
Bewusst zu leben heißt für mich auch, Mensch zu bleiben – in einer Zeit, die uns ständig nach unserer Aufmerksamkeit greift. Ein paar Gedanken, die mich bewegen, und einfache Dinge, die meinem Nervensystem guttun.
Bewusst leben · Mensch
Menschsein in der digitalen Zeit
Was ist ein Smartphone? Ein Schnuller für die Hand! Sobald eine kleine Lücke entsteht – an der Bushaltestelle, in der Schlange, im Wartezimmer – greifen wir zum Display. Es beruhigt uns, es füllt die Stille, es nimmt uns die Unruhe. Genau wie ein Schnuller.
Mich beschäftigt das, weil ich glaube, dass uns dabei etwas Kostbares verloren geht: die Langeweile. Aus dem Nichtstun, aus dem Schweifenlassen der Gedanken, wachsen die kreativen Einfälle. Wer die leeren Momente immer sofort mit Scrollen füllt, lässt diesen Raum gar nicht erst entstehen.
Die Forschung gibt diesem Gefühl recht. Jedes Antippen, jede Benachrichtigung, jeder Wisch gibt unserem Belohnungssystem einen kleinen Dopamin-Reiz – und mit der Zeit verstellt sich unsere Reizschwelle so, dass ruhige Dinge wie ein Buch oder ein echtes Gespräch kaum noch „ankommen“. Studien beschreiben zugleich: Gerade in der Langeweile schaltet das Gehirn in seinen Ruhemodus (das sogenannte Default Mode Network) und beginnt frei und ungebunden zu denken – die Quelle neuer Ideen. Schon die bloße Anwesenheit des Smartphones auf dem Tisch kann unsere Aufmerksamkeit messbar senken. Ich sehe das nicht als Verbot, sondern als Einladung, der Langeweile wieder einen Platz zu geben.
Was meinem Nervensystem guttut
Unser Nervensystem ist heute viel gefordert – umso wichtiger ist es, ihm bewusst Ruhe zu schenken. Zwei Dinge haben mir besonders geholfen: Magnesium und Berührung.
- Magnesiumöl auf verspannte Stellen: Die Haut nimmt es rasch auf. Ich reibe es abends in Schultern und Nacken ein, wo sich die Anspannung des Tages gern festsetzt.
- Magnesiumbad: 300–500 g Magnesiumchlorid ins warme Wasser, mindestens 45 Minuten baden. Ein wunderbares Ritual, um wirklich abzuschalten.
- Magnesium ins Trinkwasser: mit Schüßler-Salzen oder natürlichem Magnesium – über den Tag verteilt, ganz nebenbei.
- Berührung: Umarmungen, Massagen und Körperarbeit wie Osteopathie, Rolfing, Ayurveda oder Thai-Massage tun dem Hormon-, Immun- und Nervensystem gut.
Auch hier deckt sich meine Erfahrung mit dem, was die Wissenschaft beschreibt: Magnesium unterstützt den beruhigenden Botenstoff GABA und hilft, vom „Kampf-oder-Flucht“-Modus in den „Ruhe-und-Verdauungs“-Modus zu wechseln. Und Berührung wirkt über das Bindungs- und Wohlfühlhormon Oxytocin, das Stress senken kann – spannend ist, dass Magnesium die Wirkung von Oxytocin sogar zu unterstützen scheint. Sanftheit zu sich selbst hat also auch eine ganz körperliche Seite.
Mensch bleiben – im Alltag
Bildschirmpausen
Bewusste digitale Stille: das Handy weglegen, Benachrichtigungen aus, Mahlzeiten ohne Display. Schon kleine Pausen bringen Aufmerksamkeit zurück.
Langeweile zulassen
Die leeren Momente nicht sofort füllen. Aus dem Schweifenlassen der Gedanken wachsen die kreativen Einfälle ganz von selbst.
Magnesium
Als Öl auf verspannte Stellen, im langen Bad oder im Trinkwasser – ein einfacher Helfer für ein ruhigeres Nervensystem.
Berührung & Umarmungen
Nähe tut gut: Eine herzliche Umarmung setzt Oxytocin frei und kann das Stresssystem spürbar beruhigen.
Körperarbeit
Massage, Osteopathie, Rolfing, Ayurveda oder Thai-Massage – wohltuend für Hormon-, Immun- und Nervensystem.
Mehr erfahren →Natur & Bewegung
Raus an die frische Luft, barfuß über Gras, ein Spaziergang ohne Ziel. Bewegung erdet und holt uns zurück ins Spüren.
“Mensch zu bleiben heißt, der Stille und der Berührung wieder einen Platz zu geben.”— Daria Czarlinska
Es geht mir nicht darum, die digitale Welt zu verteufeln – sie gehört zu unserem Leben. Mir geht es um Balance: bewusst wahrnehmen, wann ich mich verliere, und mir die Räume zurückholen, in denen ich wieder ganz Mensch bin – mit Stille, mit Berührung, mit Atem. Jeder kleine Schritt zählt.
Dieser Text gibt meine persönlichen Erfahrungen wieder und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Im Gespräch weiterdenken
Wenn dich dieses Thema bewegt, lass uns gern darüber sprechen – in einer Stunde, im Coaching oder bei einer Behandlung.
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