Ernährung
Was ich esse, ist für mich gelebte Achtsamkeit – ich frage mich nicht nur, ob es satt macht, sondern: Was nehme ich da eigentlich in mich auf? Ein paar Gedanken, Fakten und mein selbstgemachtes Hausmittel.
Bewusst leben · Ernährung
Was nehme ich in mich auf?
„Du bist, was du isst“ – diesen Satz höre ich seit meiner Kindheit, und je länger ich ihn lebe, desto wahrer wird er für mich. Essen ist nicht nur Treibstoff. Es ist das Material, aus dem mein Körper sich Tag für Tag neu aufbaut. Jede Mahlzeit wird zu Blut, Zellen, Gedanken und Stimmung.
Deshalb beginnt für mich bewusste Ernährung nicht mit einer Diät, sondern mit einer einzigen Frage, die ich mir vor jedem Bissen stelle: Was nehme ich da gerade in mich auf? Diese Frage verändert alles – sie macht aus dem Essen wieder einen achtsamen, fast meditativen Akt.
Mein Bauch denkt mit
Was mich besonders fasziniert, ist unsere Darmflora – das Mikrobiom. In unserem Darm leben Billionen von Bakterien, und sie sind weit mehr als Verdauungshelfer: Ein großer Teil unseres Immunsystems sitzt im Darm. Forschende der Charité in Berlin zeigten, dass nicht nur die Zusammensetzung dieser Mikroben, sondern auch die Art der Lebensmittel, die wir essen, unsere Immunfunktion beeinflusst. Mein Bauch denkt also buchstäblich mit – wenn ich ihn gut nähre, nährt er mich zurück.
- Frisch und lebendig: Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Kefir oder Joghurt bringen lebende Milchsäurebakterien mit, die ein vielfältiges, ausgeglichenes Mikrobiom unterstützen.
- Bunt und pflanzlich: Viel frisches Obst und Gemüse liefert Ballaststoffe – das Futter, von dem unsere guten Darmbakterien überhaupt erst leben.
- Wenig hochverarbeitet: Eine große Lancet-Auswertung von 2025 nennt einen hohen Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel einen wesentlichen Treiber ernährungsbedingter chronischer Krankheiten. Solche Produkte sind oft sehr energiedicht (rund 378 kcal pro 100 g) gegenüber frischem Obst und Gemüse (etwa 68 kcal pro 100 g).
- So natürlich wie möglich: Je näher ein Lebensmittel an seinem ursprünglichen Zustand ist, desto mehr von dem, was mein Körper wirklich braucht, steckt noch drin.
Mein natürliches „Antibiotikum“
Eines meiner liebsten Hausmittel mache ich mir seit Jahren selbst – einen scharfen, lebendigen Sud aus naturtrübem Apfelessig und allem, was die Natur an Schärfe und Wärme zu bieten hat. Ich nehme ihn vorbeugend und besonders dann, wenn sich eine Erkältung ankündigt:
- Zutaten: naturtrüber Apfelessig, Knoblauch, Zwiebel, Chili, frischer Ingwer, Meerrettich und Kurkuma.
- Vorbereiten: alle festen Zutaten fein hacken oder reiben und in ein sauberes Schraubglas geben.
- Aufgießen: alles vollständig mit dem Apfelessig bedecken und das Glas gut verschließen.
- Ziehen lassen: 2 bis 3 Wochen ziehen lassen und das Glas jeden Tag einmal kräftig wenden oder schütteln.
- Abseihen: die Flüssigkeit durch ein feines Sieb abgießen und kühl und dunkel aufbewahren.
- Anwenden: täglich einen kleinen Schluck zur Vorbeugung – und mehr, sobald ich merke, dass eine Erkältung im Anmarsch ist.
Bewusst essen im Alltag
Frisch statt fertig
Je näher am Original, desto besser. Frisches, saisonales Obst und Gemüse landet bei mir vor allem, was schon in Tüten und Dosen vorgekocht wurde.
Fermentiertes täglich
Ein Löffel Sauerkraut, etwas Kefir oder Kimchi – lebende Kulturen für eine vielfältige Darmflora gehören für mich fast zu jeder Mahlzeit.
Etiketten lesen
Je kürzer die Zutatenliste und je weniger Wörter, die ich nicht aussprechen kann, desto eher kommt es in meinen Einkaufskorb.
Achtsam essen
Ohne Bildschirm, langsam, gut kauen. Wenn ich wirklich schmecke, was ich esse, merke ich auch viel früher, wann ich satt bin.
Wasser zuerst
Oft verwechseln wir Durst mit Hunger. Ein Glas Wasser am Morgen und über den Tag verteilt ist meine einfachste Gewohnheit überhaupt.
Selbst kochen
Wer selbst kocht, weiß, was drin ist. Es muss nicht aufwendig sein – einfach, frisch und mit ein bisschen Liebe zubereitet reicht völlig.
“Essen ist gelebte Achtsamkeit – ich frage nicht nur, ob es satt macht, sondern was ich in mich aufnehme.”— Daria Czarlinska
Es geht mir nicht um Verzicht oder strenge Regeln – die machen das Essen freudlos. Es geht mir um Aufmerksamkeit: bewusst wahrzunehmen, was ich meinem Körper anbiete, und ihm öfter das Frische, Lebendige und Echte zu schenken. Schon kleine Veränderungen tragen mich über die Zeit weit.
Dieser Text gibt meine persönlichen Erfahrungen wieder und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.
Im Gespräch weiterdenken
Wenn dich dieses Thema bewegt, lass uns gern darüber sprechen – in einer Stunde, im Coaching oder beim Retreat.
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